Die geheime Macht der Selbstheilung

Wir „wussten“ es: unser Körper verfügt offensichtlich über geheime Selbstheilungskräfte, und mentale Funktionen spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch es fehlten die Beweise! Den Beweis lieferten Wissenschaftler, die in den letzten Jahren einen zweiten genetischen Code entdeckt haben, der die verborgenen Kräfte in jedem von uns programmiert und steuert. 

Heilen mit der Kraft des Glaubens und des Vertrauens

Dies gilt für Schamanen oder Medizinmänner ebenso, wie für Top-Mediziner. Denn im Grunde heilt keiner der beiden seine Patienten. Sie aktivieren lediglich die Selbstheilungskräfte im Körper der Patienten. Der Kranke wird selbst zum Heiler.

Stockholm, Karolinska Institut. Zwei Gruppen von Schmerzpatienten erhalten in einem Doppelblindversuch Medikamente verabreicht: Die eine Gruppe hochwirksame Schmerzmittel, die andere Zuckerpillen. Die Aussagen der Patienten sowie die Tomographiebilder bestätigen den Erfolg – die harmlosen Zuckerpillen lindern ebenso effektiv die Schmerzen, wie die pharmazeutischen Schmerzmittel. Denn bei Einnahme des Placebos werden körpereigene Opiate, die einer Dosis von acht Milligramm Morphin entsprechen, produziert und die für die Schmerzreizung zuständigen Hirnareale deaktiviert. Selbst hochwirksame Medikamente sind zumeist nur Auslöser eines Heilprozesses, den der Körper selbst steuert.

die geheime Macht der Selbstheilung - Die geheime Macht der Selbstheilung

Den Patienten reicht der Glaube, dass ihnen geholfen wird, um sich besser zu fühlen und selbst einen eigenen Genesungsprozess zu starten. Dieses Prinzip funktioniert bei Schmerzerkrankungen aller Art, von Migräne bis Gelenkschmerzen, bei Bluthochdruck, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, wie Allergien, und bei vielen anderen gesundheitlichen Störungen. Selbst bei Placebo-Operationen, wie sie manche Schamanen praktizieren, wie eine Studie von Bruce Mosley vom Baylor College of Medicine, Houston, zeigt: Von 180 Arthrose-Patienten waren 90 Prozent noch nach zwei Jahren schmerzfrei. Deutsche Studien ergaben, dass 60 Prozent aller Magengeschwüre sich mit Placebos heilen lassen.

Emotionen und die innere Einstellung spielen nicht nur bei der Genesung eine wichtige Rolle, sondern sind mitentscheidend, ob jemand krank wird oder nicht. Jeder Mensch ist anders, und jeder einzelne hat seinen eigenen Schlüssel dafür, seinen Code.

Der zweite Gencode

An der knapp zwei Meter langen DNA im Zellkern hängen eine Vielzahl von Proteinen, Molekülstückchen und diverse Substanzen, welche in der Vergangenheit einfach ignoriert wurden, da man deren Signale nicht deuten konnte. Mittlerweile kennt man jedoch deren Bedeutung für das Erbgut und für die Selbstheilung.

Beim Andocken an die Erbsubstanz schalten sie die Gene wie Lichtschalter ein und aus, sie vernetzen, aktivieren oder blockieren sie und entscheiden, welche Erbinformationen zum Tragen kommen und uns prägen. Dieser unsichtbare Code der Gene legt fest, ob und wann wir erkranken und schreibt dem Immunsystem vor, wie stark es ist, wie effektiv es auf Angriffe reagiert und wie es reguliert wird.

Das Buch des Lebens

Mittlerweile wurde nachgewiesen, dass unser Erbgut nicht nur durch die elterlichen Gene, sondern auch durch das Muster unserer genetischen Aktivität vererbt wird. Jeder von uns hinterlässt seine Spuren im Erbgut, indem er gewisse Stellen markiert oder auch blockiert. Auf diese Weise werden auch Charaktereigenschaften und Eigenschaften, die mit unseren Selbstheilungskräften sehr eng verknüpft sind, vererbt.

Doch das Problem dabei liegt direkt bei der Zellteilung, bei der dieser Gencode abgeschrieben, kopiert und neu geschaltet wird: Jede Sekunde sterben bis zu 50 Millionen Zellen, die allesamt erneuert werden sollen. Und bei diesem Kopiervorgang können Fehler passieren. Zum Beispiel können wichtige Schalter, die etwa Krebsgene blockieren, durch Kopierfehler gelöscht werden, womit in Folge das Krebsprogramm „Teilen“ gestartet wird.

Die Häufigkeit dieser Fehler können wir durch unsere Lebensweise jeden Tag beeinflussen – positiv oder negativ.

Positive Gedanken beeinflussen körperliche Prozesse

Wir verfügen über viele verschiedene Fähigkeiten zur Selbstheilung, ohne sie aktivieren zu müssen. Heilprozesse werden von Teilen unseres Gehirns gesteuert, die man nicht ohne weiteres direkt beeinflussen kann. Doch wir können den Heiler in uns entwickeln. Zum Beispiel kann man durch mentales Training Schmerzzentren im Gehirn kontrollieren und sogar abschalten, so wie indische Fakire. So sind Patienten in der Lage, ihre Heilung mit Gefühlen und Gedanken voranzutreiben.

positive Gedanken beeinflussen körperliche Prozesse - Die geheime Macht der Selbstheilung

Menschen, die positiv denken, ohne Stress und entspannt sind, erkranken seltener als solche, die eher negativ denken und vom Stress gesteuert werden. Denn Stresshormone sind Immunhemmer und blockieren die Abwehr, zudem können sie mit Rezeptoren von Tumorzellen reagieren und ein Umbauprogramm aktivieren. Umgekehrt stärkt Entspannung das Immunsystem.

Gefühle und Gedanken, die letztendlich nichts anderes als eine Mischung aus Chemikalien und elektrischen Impulsen im Gehirn sind, können den Körper verändern und das Immunsystem beeinflussen. Eine Studie zeigte, dass zweimal am Tag eine 15-minütige Meditation den Bluthochdruck langfristig senkt. Patienten des US- Herzspezialisten Dean Ornish konnten allein mit einer Visualisierungstechnik die verstopften Gefäße wieder öffnen. Experten sind sich einig, dass sich mit körpereigenen Heilkräften etwa 80 Prozent aller Beschwerden und Erkrankungen behandeln oder sogar vollständig heilen lassen.

Gerade jetzt, wo uns Corona und das ganze „Drumherum“ noch für längere Zeit in Atem halten werden, ist das Wissen um die die Fähigkeiten unserer Psyche, um die Macht der Gedanken und Emotionen, besonders wichtig. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Angst und Depressionen über längere Zeiträume das Gehirn umbauen, es schrumpfen lassen und ihre Spuren hinterlassen. Die Stresshormone docken an die Zellen im Gehirn an, blockieren diese und dementsprechend auch unsere Selbstheilungskräfte!

Neben dem inneren Heiler gibt es auch äußere Impulsgeber, um die Selbstheilungskräfte in uns zu aktivieren: Zu den bewährtesten zählen gewisse schamanische Praktiken und insbesondere die Akupunktur der traditionellen chinesischen Medizin.

Positive Gedanken beeinflussen körperliche Prozesse

das Geheimniss Selbsterneuerung - Die geheime Macht der Selbstheilung

Die Vorstellung, dass unsere Selbstheilungsfähigkeit ausschließlich aus dem Immunsystem besteht, das immer nur dann aktiv wird, wenn Gefahr im Verzug ist, ist überholt. Selbstheilung erfolgt jede Sekunde und in jedem Teil unseres Gewebes. Der Körper ist ständig am Reparieren und Erneuern. Permanent kämpft er gegen alles an, was das lebensnotwendige Gleichgewicht zu stören droht: negative Emotionen, Stress, Schlafmangel, schlechte Ernährung, Alkohol, Nikotin,

Diese Einflüsse lassen uns weitgehend unberührt, solange die hochkomplexen Zyklen aus Zelltod und Zellregeneration als Teil der Selbstheilung funktionieren. Jede Zelle, die stirbt, wird im Prinzip sofort ersetzt. Es gibt 220 verschiedene Zelltypen mit unterschiedlicher Lebensdauer. Dort, wo die Belastung hoch ist, gibt es auch einen größeren Verschleiß, wie bei unserem zentralen Entgiftungsorgan, der Leber. Dies erklärt, dass sich die Leber pro Jahr etwa 18-mal runderneuert oder dass unser Körper genügend Zellen für 200 Magenausgänge, sechs Harnblasen oder acht Luftröhren produziert.

Doping für die Selbstheilung

Gesunde Ernährung und die Zufuhr von Nährstoffen kann die Fehlerquote bei der Zellteilung und Reproduktion von Genen senken. Zur Stärkung des Immunsystems helfen vor allem Zitrusfrüchte und Ingwer. Studien belegen, dass täglich ein Glas Ingwerwasser das Herzinfarktrisiko um 50 Prozent reduziert. Wichtig für die Gesundheit sind auch die Radikalfänger Vitamin C, E und D, denn sie schützen unsere Zellen.

Ein regelrechtes Powerdoping ist Sport, denn dadurch wird in den Muskeln der Botenstoff Interleukin-6 gebildet, das für den Nachschub von Immunzellen sorgt und das Immunsystem ankurbelt.